Inhalative Sedierung

Midazolam


Thema: Analgosedierung

 
Prof. Dr. med. Jörg Rathgeber

Jörg Rathgeber

Prof. Dr. med., Hamburg

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Midazolam

Ähnlich wie Diazepam weist Midazolam als intravenöse Bolusgabe (2-5 mg) eine schnelle Anschlagszeit und eine kurze Wirkdauer auf. Es ist daher besonders geeignet zur Behandlung von akut agitierten Patienten. Midazolam weist aufgrund seiner höheren hepatischen Extraktion eine deutlich kürzere Verweildauer im Organismus auf als Diazepam oder Flunitrazepam. Bei mittleren Eliminations-Halbwertszeiten von 1,5 bis 3,5 Stunden sollte die Substanz zur Langzeitsedierung kontinuierlich verabreicht werden. Der Basisbedarf liegt zwischen 3 und 15 mg/h. Ist auch mit höheren Midazolam-Dosierungen keine ausreichende Sedierung zu erreichen, sollte das Analgo-sedierungskonzept kritisch überprüft werden und ggf. durch andere Substanzen ergänzt werden.

Akkumulation und prolongierte Sedierung werden besonders bei adipösen Patienten oder bei Patienten mit niedrigem Albuminspiegel oder Niereninsuffizienz beobachtet. Bei verminderter Leberperfusion, z.B. im hypovolämischen Schock oder bei Sepsis, ist die Metabolisierung von Midazolam eingeschränkt. Eine verlängerte Wirkdauer kann auch durch die Akkumulation eines aktiven Metaboliten (α-Hydroxymidazolam) verursacht werden, besonders bei niereninsuffizienten Patienten. Eine signifikante Hemmung des Midazolam-Metabolismus wurde bei gleichzeitiger Gabe von Propofol, Diltiazem und Makrolid-Antibiotika beschrieben. Tägliche Unterbrechungen der Infusion und Neueinstellung auf die gewünschte Sedierungstiefe sind daher auch bei Verwendung von Midazolam empfehlenswert. Trotzdem ist die Zeit bis zur Wiedererlangung des vollen Bewusstseins nach tagelanger Sedierung mit Midazolam in der klinischen Praxis kaum vorhersehbar. Um Entzugssyndrome zu vermeiden, sollte Midazolam bei Therapieende schrittweise reduziert werden.

Dosierung von Midazolam: Bolus 5-10 mg
Dosisreduktion bei alten Patienten
Tagesdosis 50-250 mg.
Kontinuierliche InfusionZur kontinuierlichen Infusion geeignet.
0,05–0,2 mg/kgKG/h.

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