Inhalative Sedierung

Ist die Sedierung mit VA ein neues Verfahren?


Fragen & Antworten

 
Prof. Dr. med. Jörg Rathgeber

Jörg Rathgeber

Prof. Dr. med., Hamburg

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Warum werden volatile Anästhetika noch nicht flächendeckend eingesetzt?

Die Vorteile der Sedierung mit volatilen Anästhetika wurde in den letzten Jahren in zahlreichen Untersuchungen dokumentiert. Meiser und Laubenthal berichteten über verkürzte Aufwachphasen, fehlende Atemdepression und geringere Beeinträchtigung der Darmmotilität mit der Möglichkeit eines früheren enteralen Kostaufbaus (Meiser und Laubenthal 2005).

Mesnil und Mitarbeiter berichteten über eine verbesserte Qualität des Aufwachens ohne Entzugserscheinungen nach Absetzen der Sedierung mit volatilen Anästhetika sowie einen verringerten Morphinkonsum nach Extubation (Mesnil et al. 2011, Sackey et al. 2005). Neben kurzen Aufwachphasen (Jung et al. 2008, Sackey et al. 2004) und kurzen Zeiträumen bis zur Extubation (Hanafy et al. 2005) wurden als Vorteile der beschriebenen Narkosegase in jüngster Zeit vor allem kardioprotektive Wirkungen (Kehl et al. 2004, Schlack et al. 2006) und neuroprotektive Wirkungen (Head und Patel 2007, Ori et al. 1986, Newberg et al. 1983) beschrieben. Schon seit Jahrzehnten ist der bronchodilatatorische Effekt von volatilen Anästhetika bekannt und wird zur Therapie von therapierefraktären Zuständen von Asthma bronchiale und Status asthmaticus genutzt (Bierman et al 1986, Revell et al. 1988, Johnston et al. 1990, Thomson et al. 2002).

Der Einsatz von volatilen Anästhetika bei Patienten mit cerebralen Einschränkungen wird derzeit noch kontrovers beurteilt (Fugate et al. 2010). Gefürchtete, aber nicht bestätigte Nebenwirkungen sind u.a. der Anstieg des intracraniellen Drucks (Bösel et al. 2012) oder direkte zelltoxische Effekte, wenngleich es auch Hinweise auf Effekte im Sinne einer Organprotektion gibt (McMurtrey und Zuo 2010, Zhao P et al. (2007) Isoflurane preconditioning improves long-term neurologic outcome after hypoxic-ischemic brain injury in neonatal rats. Anesthesiology 107:963–9707, McAuliffe JJ et al. (2007) Isoflurane-delayed preconditioning reduces immediate mortality and improves striatal function in adult mice after neonatal hypoxia-ischemia. Anesth Analg 104:1066–1077, Zheng S, Zuo Z (2004) Isoflurane preconditioning induces neuroprotection against ischemia via activation of P38 mitogen-activated protein kinases. Mol Pharmacol 65:1172–1180, Lee JJ et al.(2008) Postconditioning with isoflurane reduced ischemia-induced brain injury in rats. Anesthesiology 108:1055–1062). Erfolgreiche Einsätze bei therapierefraktärem Status epilepticus wurden beschrieben (Kofke et al. 1985, Mirsattari et al. 2004).


Was ist das ideale volatile Anästhetikum?

Grundsätzlich sind sowohl Isofluran als auch Sevofluran und Desfluran zur Sedierung in der Intensivmedizin geeignet.

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Ist Sedierung eigentlich gleich Narkose?

Vom Prinzip ja. Dabei ist die Narkose nichts Anderes als eine tiefe Sedierung, bei der der Patient nicht mehr erweckbar ist. Das heißt, die Übergänge zwischen Sedierung und Narkose sind fließend…

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Kontraindikationen?

Die maligne Hyperthermie (MH) ist eine sehr seltene, lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisung, die in der…

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Ist die Sedierung mit VA ein neues Verfahren?

Trotz aller Vorzüge werden volatile Anästhetika derzeit in der klinischen Routine auf der Intensivstation nur selten eingesetzt. Gründe hierfür liegen in der technisch schwierigen Applikation und Elimination von Narkosegasen…

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Warum wird VA nicht flächendeckend eingesetzt?

Trotz aller Vorzüge werden volatile Anästhetika derzeit in der klinischen Routine auf der Intensivstation nur vergleichsweise selten eingesetzt.

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Arbeitsplatzbelastung durch volatile Anästhetika?

Eine mögliche Arbeitsplatzbelastung mit Narkosegasen ist ein häufig vorgebrachtes Argument gegen den Einsatz volatiler Anästhetika auf der Intensivstation…

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Aus dem Inhalt


Wandel der Konzepte zur Analgesie und Sedierung

Wurde noch in den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts die tiefe Sedierung bei beatmeten Patienten bevorzugt, ermöglichen heute neue Therapieverfahren, Beatmungsgeräte und Medikamente die schnelle und kurzzeitige Angleichung der Sedierungs…

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Heutige Sedierungsregimes

Trotz der allgemein akzeptierten Notwendigkeit einer adäquaten Analgosedierung besteht derzeit weder bei den Intensivmedizinern noch beim Pflegepersonal ein breiter Konsens, wie und mit welchen…

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Sachregister

Von A wie Akkumulation bis W wie Wirkeintritt.

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Was sind die Vorteile?

Die Vorteile der inhalativen Sedierung auf einer Seite für Sie zusammengestellt.

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Analgosedierung - Was ist das?

Als Analgosedierung (Synonyme: Analgosedation, Sedoanalgesie) bezeichnet man einen medikamentös erzeugten sogenannten "Dämmerschlaf". Dabei befindet sich der Patient idealerweise in einem schmerzfreien und Zustand, wobei er weder Stress noch Angst…

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Klinische Praxis der Analgosedierung

In Deutschland erfolgt die Sedierung von Intensivpatienten heutzutage mehrheitlich durch intravenös applizierbare Substanzen. Weit verbreitet ist die Verwendung von Propofol zur Sedierung, oftmals auch in Kombination mit einem Opioid wie z.B. …

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Schnellere Aufwachzeiten

Denn volatile Anästhetika verfügen im Vergleich zu den bekannten intravenösen Sedativa über eine extrem kurze kontext-sensitive Halbwertszeit…

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Auswirkungen von VA auf andere Organe

Trotz aller Vorzüge besitzen auch volatile Anästhetika unerwünschte Nebenwirkungen. So wurden in Einzelfällen erhöhte Serumfluoridkonzentrationen unter Verwendung von Sevoflurane nachgewiesen…

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